New Work

Arbeitszeitmodelle 4.0

Es ist in aller Munde, dass Unternehmen ohne geeignete Maßnahmen für eine gute Work-Life-Balance, den „War for Talent“ verlieren und die Motivation der MitarbeiterInnen, insbesondere die von Millenials, stark sinkt. Ein wichtiger Faktor für die Arbeitgeberattraktivität ist das Arbeitszeitmodell im Unternehmen. Nehmen Sie sich 5 Minuten und verschaffen Sie sich einen Überblick über einige Arbeitszeitmodelle – passt jedes Modell für jedes Unternehmen? Nein. Aber vielleicht sehen Sie in dem einen oder anderen den Mehrwert für Ihr Team!

Der Konservative

Starre Arbeitszeiten. Das Team muss um 8 Uhr im Büro sein, um 12 Uhr steht eine 30 Minuten Mittagspause an, ausgestempelt wird um 16:30. Wenn es an einem Abend mit Freunden mal länger wird, kann man nicht eine Stunde länger schlafen. Hat man einen privaten Termin vor Arbeitsende, wird es auch schwierig. Man muss ständig die Führungskraft fragen. Die einfache Planbarkeit für das Team ist natürlich ein großer Vorteil dieses Modells. Ob dieser Vorteil jedoch die Generation Y und Z überzeugen kann?

Der Flexible und der Clown

Gleitzeit mit Kernarbeitszeiten. Es gibt eine definierten Zeitrahmen indem man arbeiten kann und eine Zeitspanne wo Anwesenheitspflicht besteht (Kernarbeitszeit). Somit gibt es einen gewissen Grad an Flexibilität für das Team. Je kleiner die Zeitspanne, desto höher der Flexibilitätsgrad. Definitiv ein Muss für jedes Unternehmen. Wirbt ein Unternehmen jedoch mit Gleitzeit und definiert die Kernarbeitszeiten von 8:00 bis 17:00, wird es spannend. Ein Arbeitszeitmodell, dass den MitarbeiterInnen Flexibilität bieten soll wo sich hinter dem Vorhang trotzdem „der Klassiker“ befindet? Uncool.

Der Trendige

30 Stunden Arbeit bei Vollzeitgehalt („30 für 40“). Dieses Arbeitszeitmodell macht Sinn, wenn das Team bereit ist die Anzahl an externen Interruptions (z. B. Benachrichtigungen wahrnehmen am Handy) zu reduzieren, um den Fokus stark auf die Arbeit setzen zu können. Viele Unternehmer werden vermutlich schreien – wenn man jedoch bedenkt, dass bei einem 8 Stunden Tag zwischen 12 und 14 Uhr chronobiologisch gesehen ein Mittagstief herrscht, können MitarbeiterInnen effektiv sowieso „nur“ 6 Stunden fokussiert arbeiten. Warum also nicht die Motivation noch weiter steigern indem man dem Team das Angebot macht die Normalarbeitszeit auf 6 Stunden zu reduzieren? Die Firma eMagnetix macht es vor!

Der Gönner

Out-of-Office. Manchmal braucht man einfach einen Tag für sich selbst. Entweder zu Hause, oder vielleicht für ein paar Stunden in einem Kaffeehaus oder an einem See. Unterschiedliche Arbeitsumgebungen führen im Team zu unterschiedlichen Perspektiven. Dinge werden aus einem anderen Blickwinkel betrachtet und die Kreativität wird gefördert. Außerdem kommen die MitarbeiterInnen bei den eigenen Aufgaben noch weiter und können sich noch besser fokussieren, denn durch die externen Interruptions im Büro – sei es ständig klingelnde Telefone oder andere Teammitglieder die etwas benötigen – kommt man schnell aus dem Fokus und benötigt wieder Einarbeitungszeit um in das Thema zu finden.

Der Unkonventionelle

Vertrauensarbeitszeit. Es ist irrelevant wie lange, wann und wo man arbeitet. Hauptsache die Leistung passt und die Arbeit wird erledigt. Mit diesem Modell ist jeder bedient: der Morgenmuffel, die Nachteule, der Elternteil, der gerade aufs Kind aufpassen muss, der Mitarbeiter, der am Nachmittag ins Fitnessstudio möchte, die Mitarbeiterin, die sich nachts am besten konzentrieren kann. Was braucht es dafür, damit dieses Modell funktionieren kann? Wie der Name schon sagt: Vertrauen. Vertrauen in das Team und in die Führungskraft, dass dieses Modell nicht ausgenutzt wird. Das Team sollte im besten Fall selbstorganisiert sein und genau wissen, was es bis wann und wo tun muss. Und gibt es einmal wenig zu tun: Auch in Ordnung. Es ist nicht zielführend, 8 Stunden im Büro „abzusitzen“ nur damit in der Zeiterfassung am Ende der Woche 40 Stunden stehen. Das was immer oberste Priorität hat, ist die Leistung und nicht die Zeit im Büro!


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